Informationen zum TSH Wert

Der TSH Wert gibt das Vorkommen von Thyreotropin an, das vollständig Thyreoidea-stimulierendes Hormon (Kürzel TSH) genannt wird. Dieses Hormon, das die Hypophyse produziert, stimuliert das Wachstum, die Hormonbildung und vor allem die Jodaufnahme der Schilddrüse.

Diese wiederum reguliert die Produktion von TSH gemeinsam mit dem Hypothalamus. Der TSH Wert wird über das Blut bestimmt.

Veränderter TSH Wert

Der TSH Wert kann erhöht oder erniedrigt sein und weist damit auf eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion hin. Das muss nicht zu Beschwerden führen.

Manchmal werden Personen mit einer Schilddrüsenüberfunktion nervös, gereizt und launisch, was die Umgebung auf den Charakter, ein erfahrener Arzt jedoch auf die Schilddrüse zurückführt.

Als Normwerte gelten 0,3-2,5 mU/l; Einfluss auf den TSH Wert nehmen Medikamente, die Ernährung und die Nebennieren. Eine Senkung erfolgt durch:

  • Morphin und Morphinderivate
  • Dopamin und Dopaminagonisten wie L-Dopa, Lisurid, Bromocriptin und Apomorphin
  • Glucocorticoide
  • L-Thyroxin
  • Heparin
  • Somatostatin, Octreotide
  • Serotoninantagonisten (Metergolin)

Eine Erhöhung der TSH-Sekretion erfolgt durch:

  • ebenfalls Dopaminantagonisten wie Chlorpromazin, Metoclopramid, Haloperidol und Sulpirid
  • Clomifen (nur bei Männern)Lithium
  • Jodid in höheren Dosen
  • Theophyllin
  • Carbamazepin

Endogene Einflüsse können den TSH Wert senken oder steigern, Mangelernährung senkt ihn gewöhnlich ebenso wie eine Störung der Nebennierenrindenfunktion. Zu beachten ist dabei, dass Werte unter 0,1 mU/l nicht bedenklich sein müssen und auch keine Beschwerden auslösen, sie basieren zum Beispiel auf der Einnahme von Schilddrüsenhormonen, worauf die Hypophyse eine entsprechende Meldung erhält und die TSH-Produktion zurückfährt.

Anwender können die Hormone anpassen, wenn das die aktuelle Therapie nicht beeinträchtigt. Ärzte beurteilen aus dem Verhältnis von TSH und freiem T3 und T4 den eventuellen Beginn einer Schilddrüsenüberfunktion. In sehr seltenen Fällen verursacht ein echter TSH-Mangel tatsächlich einen erniedrigten TSH-Spiegel. Erhöhte Werte kommen häufiger vor. Sollte der Wert unangemessen hoch oder niedrig ausfallen, können eine Schilddrüsen-Sonografie und anschließend die entsprechende Therapie durchgeführt werden.

Wozu ist der TSH Wert wichtig?

Der Wert, der über einen Simulationstest ermittelt wird, gibt Auskunft über die ordnungsgemäße Funktion der Schilddrüse, was unter anderem in der Differenzialdiagnostik, aber natürlich auch bei vermuteten Schilddrüsenerkrankungen bedeutsam ist. Wenn TSH fehlt, weil es nicht ausreichend produziert wird, wächst die Schilddrüse nicht weiter, nimmt zu wenig Jod auf und produziert zu wenig Schilddrüsenhormone.

Sie verkümmert schließlich mit der Folge der sekundären Schilddrüsenunterfunktion (hypophysäre Hypothyreose). Bei zu viel TSH wächst die Schilddrüse beschleunigt, nimmt vermehrt Jod auf und steigert ihre Hormonproduktion, was zur sekundären Überfunktion führt. Diese Störungen sind zwar selten, primäre Schilddrüsenfunktionsstörungen durch eine Erkrankung der Schilddrüse selbst werden viel häufiger beobachtet.

Dennoch sollten auch sekundäre Funktionsstörungen identifiziert werden (es gibt darüber hinaus äußerst selten auch tertiäre Störungen), denn die ordnungsgemäße Funktion der Schilddrüse ist für den Gesamtstoffwechsel sehr bedeutsam, unter anderem für die Regeneration und das Wachstum der Knochen. Erkrankungen der Schilddrüse (Thyreopathien) können Tumore sein (der Kropf [Struma]), Entzündungen und Neubildungen, die sich wiederum auf die Funktion aller übrigen Organe auswirken. Grundsätzlich verursachen Schilddrüsenerkrankungen eine Störung des Hormonstoffwechsels.

Rückschlüsse durch veränderten TSH Wert

Autoimmuner Morbus Basedow ebenso wie das autoimmune Hashimoto-Thyreoiditis verursachen Veränderungen der Hormonproduktion, indem Antikörper die TSH-Rezeptoren blockieren und selbstständiges, ungeregeltes Wachstum der Schilddrüse stimulieren. Auch kann eine Zerstörung von Schilddrüsengewebe erfolgen, was bis zum Funktionsverlust des lebenswichtigen Organs führt. Behandlungsversuche beginnen in der Regel bei Verdacht auf Hashimoto, wenn der Wert über 1,6 mU/l steigt.

Sollte er über 2,0 mU/l steigen, geht man in jüngster Zeit von einer Schilddrüsenerkrankung aus, bei Schwangeren wird dann eine Hormonersatztherapie verabreicht. Daher wird bei einem Verdacht auf diese Störungen der TSH Wert für die Beurteilung herangezogen.

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